Über die AG
Medienphilosophie setzt an, wo die traditionelle Philosophie sich über die medialen Voraussetzungen des Denkens, des Sinns und der Sprache ausschweigt. In ihrer philosophisch orientierten Variante leistet die Medienphilosophie grundlegende Begriffsarbeit. Sie fragt in Anlehnung an die historische Epistemologie sowohl nach der Ideengeschichte des Mediums als auch nach dem institutionellen Körper der Philosophie, d. h. nach den Bedingungen der Wissensproduktion. Die Medienphilosophie interessiert sich für die Medienspezifik von Praktiken, Massenmedien, vernetzten Medien sowie von Symbolsystemen, Apparaten, Operationen und Infrastrukturen. Erst vor vergleichsweise kurzer Zeit allerdings und namentlich im Gefolge der Dekonstruktion wurde die mediale Bedingung selbst konsequent zum Gegenstand des Denkens gemacht. Daraus sind neue Forschungszweige in der künstlerischen Forschung zu Epistemologien des Ästhetischen sowie medienanthropologische und medienökologische Ansätze hervorgegangen. Diese verorten den Menschen in Koexistenz und in Konstellation mit mehr-als-menschlichen Elementen auf eine Weise neu, sodass relationale Verhältnisse in den Vordergrund treten, die die einst substanziell verstandenen Kategorien wie Natur und Technologie in ein neues Licht rücken. Daraus ist in den letzten Jahren ein eigenes Feld der Reflexion und Forschung hervorgegangen, dem die Medienwissenschaft viele ihrer wichtigsten Impulse verdankt.
2010 wurde die AG Medienphilosophie auf der GfM-Jahrestagung in Basel von Prof. Dr. Georg Christoph Tholen, Prof. Dr. Lorenz Engell und Prof. Dr. Dieter Mersch gegründet. Das Sprecheramt der AG Medienphilosophie wird alle zwei Jahre ausgeschrieben (meist im April der Jahre mit geraden Zahlen) mit der Bitte um Einreichung eines Vorschlags und Jahresthemas für einen Workshop. Abstimmungsberechtigt sind alle auf der Mailinglist geführten AG Mitglieder, die Mitglied der GfM sind.
Sprecher*innen
Johannes Bennke: j.bennke@filmuniversitaet.de
Markus Rautzenberg: markus.rautzenberg@folkwang-uni.de
Mirjam Schaub: mirjam.schaub@haw-hamburg.de